Das Osterfeuer

OsterfeuerOstern ist ein traditionsreiches Fest das auf der ganzen Welt gefeiert wird. Es gibt zahlreiche alte Traditionen die bis heute überlebt haben und auch heute noch ein fester Bestandteil des Osterfest sind. Vor allem in den ländlichen Gegenden Deutschlands werden solche alten Traditionen jedes Jahr noch immer gepflegt und weiter gegeben. Eine dieser wichtigen Oster-Traditionen ist das Osterfeuer.

Das Osterfeuer in ganz Deutschland

Das Osterfeuer ist eine der ältesten Traditionen des westlichen Osterfests. Das Osterfeuer wird klassisch in der Nacht zu Ostern, also in der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag entzündet. In der Regel findet das Osterfeuer in der Nähe der Dorfkirche statt. Der Grund dafür ist einfach. In der katholischen Kirche symbolisiert das Osterfeuer das Licht Christi. Deswegen wird in der Nacht vor Ostern in der Nähe der Kirche ein kleines Feuer gemacht, um das sich dann die ganze Gemeinde versammelt. Der Pfarrer zündet dann an diesem Feuer die Osterkerze an. Diese Kerze trägt er dann in die dunkle Kirche und stellt sie vor dem Kreuz Christi auf und erhellt damit die Kirche. Dieser Akt stellt in der Kirche die Auferstehung Christi dar, wobei die Kerze das Licht des heiligen Geistes darstellt. Diese Tradition wird heute vor allem im Süden Deutschlands auf dem Land jedes Jahr so praktiziert. In den Großstädten Deutschland geht diese Tradition mehr und mehr verloren. Aber es gibt auch Abwandlungen des Osterfeuers. In manchen Gebieten in Deutschland hat das traditionelle Osterfeuer mehr und mehr die Gestalt eines Gemeindefestes angenommen.

Das Osterfeuer als Freudenfest

In vielen Teilen Deutschlands ist das Feuer zu Ostern keine kirchliche Prozession sondern mehr eine Art Frühlingsfest geworden. Während das kirchliche Osterfeuer ein kleines symbolisches Feuer darstellt, ist das Feuer heute in vielen Gemeinden ein sehr großes und wird begleitet von einem rauschenden Fest. Es werden Zelte aufgebaut, in denen es Essen und Trinken gibt, und es wird Musik gespielt und getanzt. Wenn das Wetter schon warm genug ist, werden große Feuerstellen ausgehoben und es wird für die ganze Gemeinde gegrillt. Im Zelt sitzt man gemütlich zusammen und trinkt Schnaps und Glühwein. Zu später Stunde wird dann um das große Feuer getanzt und Live Musik gespielt. Meist wird bis in die Morgenstunden gefeiert, also bis das Feuer dann von selbst aus geht. Anschließend wird der Ostersonntag klassisch mit eine großen Frühstück und dem Ostereier Suchen begonnen. Diese Osterfeuer haben in der Regel nichts mehr mit den klassischen Feuern der Kirche dazu. Viel mehr sind sie Teil eines alten Brauchs, bei dem durch das Feuer der Winter vertrieben werden soll. Außerdem dient das Osterfeuer heute auch vielen Gemeinden zur Entsorgung von Baumschnitt und altem Holz. Da solche großen Feuer meistens schon Tage vorher vorbereitet werden, kommen Menschen aus dem ganze Dorf und werfen ihren überflüssigen Baumschnitt und teilweise auch noch alte Weihnachtsbäume mit auf den Haufen. Je größer dann das Feuer schließlich in der Nacht ist, desto besser ist das für die Gemeinde. Denn im Norden von Deutschland ist das Osterfeuer klassisch ein kleines Kräftemessen zwischen den vielen Gemeinden auf dem Land.

IMG: Bernd Rehorst – FotoliaSimilar Posts: