Der Hase war Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe und Schönheit, und Holda, der germanischen Göttin der Erde und Fruchtbarkeit geweiht. Seit altersher ist er in vielen Kulturen ein Symbol des Lebens und der Fertilität. Überdies hat er als Götterbote wichtige Funktionen. In der christlichen Antike, in Byzanz war der Hase ein Symbol für Jesus. Aus all diesen alten Aufgaben des Hasen hat sich dann der Osterhase, der die Ostereier versteckt, entwickelt. Dies ist aber ein sehr junger Brauch, der erst im neunzehnten Jahrhundert in Deutschland und Österreich allgemeine Verbreitung fand. Es waren immer Tiere, die die Eier versteckten, aber von Region zu Region sehr verschiedene. Bis ins sechzehnte Jahrhundert hatten die Eiersucher ihre möglichen Erfolge dem Hahn, dem Fuchs, dem Kuckuck, dem Kranich, dem Auerhahn oder dem Storch zu verdanken. Der Osterhase als Eierverstecker ist erstmals geschichtlich Ende des siebzehnten Jahrhunderts belegt. 1678 berichtet der Heidelberger Arzt Georg Franck aus Franckenau über ihn. Die Erklärungen, weshalb gerade der Osterhase die Eier bringe, sind mannigfaltig. Es heißt zum Beispiel, das der Hase viel schneller als die Hühner wäre, und daher viel mehr Eier verstecken könne, und dass die Hennen ja schließlich keine bunten Eier legen könnten. Manche behaupten auch, dass wir den Osterhasen einer Panne zu verdanken hätten. Ein Bäcker hätte versucht, ein Osterlamm herzustellen und da ihm die Ohren zu lang geraten wären, hätte das Tier eher wie ein Hase als ein Lamm ausgesehen. In seiner Not hat der Bäcker dann erklärt, dass dies der Osterhase wäre, der die Eier brächte.
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Osterhase
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